spacer


08.05.2002

Mini-Pack-Transponder - Paketfehler im Promillebereich (Logistik heute 05/2002)


Der Speditionsverbund System Alliance vermeidet mit Hilfe neuartigen Transponderanwendung Fehlverladungen in seinem Hauptumschlagbetrieb.
In einem Paketumschlagbetrieb der Größe des Hubs der System Alliance GmbH in Niederaula, wo pro Tag 500 bis 600 Tonnen Stückgut kommissioniert und verteilt werden, kann es bei Verladevorgängen leicht zu Fehlverladungen kommen. Diese treten vor allem dann auf, wenn Stückgut in falsche Wechselbrücken verladen und dadurch an falsche Bestimmungsorte gefahren wird. Das Ergebnis sind hohe verwaltungstechnische Aufwendungen, hohe Rückführungskosten, eine uneingeschränkte Schadenersatzpflicht des verursachenden Logistikdienstleisters sowie weit reichende Kundenreklamationen. Der Versicherungsgeber fordert deshalb ein effektives Kontrollsystem..

Transponder an Toren .- Scanner am Stapler

Das System-Alliance-Netzwerk besteht aus 15 mittelständischen deutschen Speditionsunternehmen mit insgesamt 41 Betrieben, dessen Kern die bisherigen Mitglieder der Logistikkooperationen System-Gut und Fortras sind. Seit September 2001 automatisiert System Alliance im Hub in Niederaula die Verladungskontrolle bei der Staplerverladung im Sendungsausgang mit Hilfe des Transpondersystems Exid der I.D.-Systems AG, Köln. I.D. Systems bietet transponderbasierte IT-Lösungen, die Steuerungs-, Erfassungs- und Kontrollvorgänge automatisieren. Implementiert wurde das Exid-Identifikationssystem in Niederaula durch die ASI Automatic System Integration GmbH in Runkel. Das Unternehmen entwickelte bereits exklusiv für ihren Kunden System-Gut das gesamte Paketverfolgungssystem. 13 Gabelstapler sind mit Exid-Scanning-Stationen versehen &
Bislang scheitern solche Chip-Anwendungen zumeist am immer noch recht hohen Preis der Gesamtlösung. &
Das Ganze läuft technisch so ab, dass der Gabelstaplerfahrer das Barcodeetikett an einer Palette sowie die individuelle EDV-Identifikationsnummer des Gabelstaplers einscannt und somit die Verbindung zwischen dem Packstück und dem Gabelstapler gewährleistet. Wenn er dann das Beladetor passiert, identifiziert die Scanning-Station des Gabelstaplers den oberhalb des Tores angebrachten Mini-Pack-Transponder und stellt so auch die Verbindung zwischen Beladetor/Wechselbrücke und Palette her. Am Ausgang erfolgt dann nur noch die Scannung des Ladehilfsmittels.

Akustisches Warnsignal

Ein Zentralrechner wertet die mittels eines Funkmodems überlieferte Information der Beladung der Wechselbrücke aus. Ist eine Palette falsch abgeladen, ertönt ein dreimaliges Warnsignal, der Verladevorgang wird abgebrochen und die Palette umgeladen. Kommt es trotz des Warnsignals zu einer Fehlverladung, kann man durch den nun elektronisch dokumentierten Vorgang im nachhinein das Verschulden nachweisen und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen einführen. Ist die Beladung korrekt erfolgt, ertönt nur ein einmaliges akustisches Signal. &
Diese Ausgangsscannung ist die relevante Schnittstellenkontrolle, die zu einer Verlagerung der Haftung vom Hub zum Kooperationspartner, in diesem Fall der Spedition, die die Sendung beim Empfänger zugestellt, führt. Seit Beginn des Einsatzes des Identifikationssystems ist es bereits zu bemerkenswerten Ergebnissen für Sytsem Alliance gekommen. Die Quote der Fehlverladungen konnte auf ein Minimum reduziert werden. &

(Logistik heute 05/2002)


zurück