spacer


15.12.2006

Wohltemperiert ans Ziel


Niederaula, 11. Dezember 2006 --- Bei Unternehmern gilt der „heiße Herbst“ seit jeher als Synonym für gut gefüllte Auftragsbücher. Spätestens seit diesem Jahr gilt allerdings: Kein Herbst war jemals heißer. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) übertrifft das Spätjahr alle Temperatur-Rekorde seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Im September, Oktober und November war es demnach 3,2 Grad wärmer als normal. Was den Durchschnittsbürger mehrheitlich verwirrt oder erfreut, macht den Versendern temperatur-sensibler Waren und Güter hingegen mehr und mehr zu schaffen. So gerät die Disposition der Logistikaktivitäten besonders in den Wintermonaten zum täglichen Vabanquespiel, weil Temperaturkapriolen die Planungen der Verlader massiv beeinträchtigen. Bleibt es warm? Wird es kalt? Wer weiß das schon so genau…
Niederaula, 11. Dezember 2006 --- Bei Unternehmern gilt der „heiße Herbst“ seit jeher als Synonym für gut gefüllte Auftragsbücher. Spätestens seit diesem Jahr gilt allerdings: Kein Herbst war jemals heißer. Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) übertrifft das Spätjahr alle Temperatur-Rekorde seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Im September, Oktober und November war es demnach 3,2 Grad wärmer als normal. Was den Durchschnittsbürger mehrheitlich verwirrt oder erfreut, macht den Versendern temperatur-sensibler Waren und Güter hingegen mehr und mehr zu schaffen. So gerät die Disposition der Logistikaktivitäten besonders in den Wintermonaten zum täglichen Vabanquespiel, weil Temperaturkapriolen die Planungen der Verlader massiv beeinträchtigen. Bleibt es warm? Wird es kalt? Wer weiß das schon so genau…

Seit 2005 bietet die mittelständische Stückgutkooperation System Alliance deshalb den so genannten „Thermo-Service“ für Kunden an, die auf temperaturgeführte Transporte angewiesen sind. Dabei setzen die 39 angeschlossenen Betriebe systemeigene Thermo-Wechselbrücken ein. Der Umschlag erfolgt in der Regel zentral über das HUB der Systemzentrale in Niederaula. Inzwischen gehören aber auch zahlreiche Direktverkehre zum Angebot der 16 Gesellschafter und Partner. Geliefert wird bereits am nächsten Arbeitstag.
„Seit der Einführung des ‚Thermo-Service’ im November 2005 ist die Tagestonnage kontinuierlich gestiegen“, berichtet Georg Köhler, Geschäftsführer von System Alliance. Dabei hat sich die Gesamtmenge temperaturgeführter Sendungen monatlich verdoppelt. Und auch in der laufenden Periode rechnet Georg Köhler mit einer weiter anziehenden Nachfrage. „Die Auftragsmengen werden im Winterhalbjahr 2006/2007 deutlich zunehmen“, prognostiziert der Stückgut-Experte.


Lackhersteller unter Druck
Wenn es um stabile Transporttemperaturen geht, stehen die bundesweit rund 250 Hersteller von Farben, Lasuren und Lacken besonders unter Druck: Zum 1. Januar 2007 tritt die novellierte VOC-Richtlinie in Kraft. Darin wird die Emission flüchtiger organischer Verbindungen stark reglementiert. Führt man sich die statistischen Erhebungen des Verbandes der deutschen Lackindustrie (VdL) vor Augen, ist Deutschland das Land der Oberflächenveredelungen. So nahm die Inlandsproduktion in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Wurden im Jahr 2001 noch rund 2,0 Millionen Tonnen unterschiedlicher Anstrich- und Schutzmittel sowie Putze erzeugt und vertrieben, verließen Ende 2005 knapp 2,2 Millionen Tonnen im Wert von 5,2 Milliarden Euro die heimischen Produktionsstätten – ein Plus von fast 10 Prozent.
„Für die mittelständisch geprägten Unternehmen der Lack- und Farbenindustrie hängt die Qualität ihrer Produkte stark mit der Qualität des Transportweges zusammen“, erklärt System Alliance-Geschäftsführer Georg Köhler. Nach seiner Einschätzung geht es also vornehmlich darum, „Transportrisiken durch flexible und passgenaue Logistik-Lösungen wie den ‚Thermo-Service’ zu minimieren oder auszuschalten.“
Das gilt in besonderer Weise für frostempfindliche Lacke, wie sie zum Beispiel die Firma Schiemann Industrielacke GmbH & Co. KG aus Hannover herstellt. „Mehr als ein Drittel unserer Produktion sind wasserverdünnbare Systeme, die wir direkt an die Industrie abgeben“, berichtet Verkaufsleiter Martin Kemnah (48). Das Unternehmen, das zur Lankwitzer Lackgruppe (Berlin) gehört, beliefert vor allen Dingen die Automobilzuliefer-industrie und Kunststoffverarbeiter. „Es muss sichergestellt sein, dass unsere Produkte frostfrei beim Empfänger ankommen“, macht Kemnah deutlich. Dabei schätzt er besonders den Logistikservice aus einer Hand. „Wir arbeiten seit vielen Jahrzehnten mit System Alliance-Gesellschafter Hellmann Worldwide Logistics zusammen und sind mit dem ‚Thermo-Service’ sehr zufrieden.“ Auch für Cornelia Lukes von der Ernst Diegel GmbH aus Alsfeld ist der „Thermo-Service“ ein wichtiger Baustein für die Qualität der Produkte. „Wir stellen Hydrolacke zur Oberflächenveredelung von Kunststoffen und dekorative Beschichtungen für Gläser her. Unsere temperaturempfindlichen Produkte müssen beim Transport vor Temperaturen unter +4°Celsius geschützt werden“, erklärt sie. Seit vielen Jahren arbeitet Lukes bereits mit der Fuldaer Niederlassung des System Alliance-Gesellschafters Friedrich Zufall GmbH & Co. KG zusammen. „Als der ‚Thermo-Service’ im vergangenen Jahr einge-führt wurde, gehörten wir zu den ersten Kunden“, berichtet die Fachfrau für Marketing und Vertrieb.


Branchenspezifische Lösungen
Doch nicht nur für die Produzenten von Anstrichen sind temperaturgeführte Transporte ein wichtiger Qualitätsbaustein. Auch für thermosensible Gesundheitsprodukte kann der „Thermo-Service“ von System Alliance eine ganzjährige Transportlösung im Sammelgut-Segment sein. So dürfen bestimmte Arzneien und Kosmetikartikel nur in Temperatur-korridoren von +15°C bis- +25°C aufbewahrt und transportiert werden. Andernfalls drohen Qualitätseinbußen bis hin zur vollständigen Wirkungslosigkeit der Präparate. Die Transport-temperatur beim „Thermo-Service“ beträgt in der Regel +18°C im Hauptlauf. Die einge-setzten Transportmittel verfügen über eine aktive Temperierung, das heißt, die Innentem-peratur der Lkw-Thermowechselkoffer wird gemessen und innerhalb festgelegter Intervalle an die Systemzentrale der System Alliance übertragen. So wird sichergestellt, dass temperatursensible Güter ihr Ziel unbeschadet erreichen. „Der ‚Thermo-Service’ ist nur ein Premium-Produkt von System Alliance“, erklärt Georg Köhler. „Wenn der Kunde grundsätzlich alle Sammelgut-Sendungen über unsere Betriebe abwickelt, entstehen interessante Synergieeffekte. Der gesamte Logistik-Prozess wird zudem effizienter und Transportrisiken werden minimiert, weil wir die Anforderungen unserer Kunden sehr gut kennen“, fasst er die Vorzüge seiner Kooperation zusammen.

zurück