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12.05.2011

Interview mit Georg Köhler, Geschäftsführer der Stückgutkooperation System Alliance


„Wir bleiben dran“

Warum hat die System Alliance eine derart aufwändige „Zukunfts-Werkstatt“ durchgeführt?
Die Gesellschafter und Systempartner unserer mittelständisch geprägten Stückgutkooperation haben die globale Wirtschaftskrise allesamt gut gemeistert. Ich war schon immer der Meinung: Wer seine Hausaufgaben gemacht hat, hat nichts zu befürchten. Diese Einschätzung hat sich bewahrheitet. Zu den Hausaufgaben gehört für mich auch die konstruktive Auseinandersetzung mit wichtigen Zukunftsfragen. Gerade der Mittelstand in unserer Branche hat hier sicher Nachholbedarf. Die systematische Zukunftsforschung hat heutzutage mit dem Blick in die Glaskugel nichts gemein. Sie arbeitet wissenschaftlich fundiert und methodisch exakt. Daraus wollen wir nachhaltigen Nutzen ziehen.

Wann und wie ist die Idee zur „Zukunfts-Werkstatt“ entstanden?
Auslöser war ein gemeinsames Frühstück mit unserem PR-Berater Uwe Berndt während des Deutschen Logistik-Kongresses im Oktober 2009. Wir haben uns gefragt, ob und wie sich das Zukunfts-Kapitel in unserem Buch „System Alliance – Logistik in der Zeitmaschine“ auch außerhalb des Buches fortführen lässt. Dabei ist uns schnell

klar geworden, welches Potenzial in einer Organisation wie der System Alliance schlummert. Wir haben damals während des Frühstücks das grobe Konzept der „Zukunfts-Werkstatt“ entwickelt und festgehalten. Anschließend folgten zahlreiche Treffen und Präsentationen sowie die Abstimmung mit den Gesellschaftern. Die waren sofort überzeugt und haben die Durchführung des Projektes beschlossen.

Wie ist es denn zur Zusammenarbeit mit dem Wissenschafts-Team gekommen?
Mit Dr. Heiko von der Gracht, dem Direktor des Centers for Future Studies, hatten wir bereits während des Buchprojektes zusammengearbeitet und dabei gute Erfahrungen gesammelt. Der Kontakt zu Prof. Dr. Thomas Krupp von der Europäischen Fachhochschule hatte sich während des DLK 2009 ergeben. Er ist ein profunder Kenner der Branche und hat viele Jahre als Berater auf der anderen Seite des Schreibtisches gesessen. Dr. Bernhard Albert gehört zum Netzwerk von Uwe Berndt, er unterstützt mittelständische Unternehmen bei Zukunfts-Projekten und arbeitet als Dozent. Das Team hat perfekt harmoniert und in vielen Treffen gute Ideen entwickelt.

Was hat Sie innerhalb der letzten zwölf Monate besonders beeindruckt?
Besonders beeindruckt bin mich von dem Engagement, mit dem sich Inhaber, Geschäftsführer und Führungskräfte, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 40 Regionalbetriebe an der „Zukunfts-Werkstatt“ beteiligt haben. Und die Offenheit und Kreativität in den zahlreichen Workshops und Diskussionen. Auf diese Weise ist eine beeindruckende Vielzahl an Ideen entstanden. Die Veranstaltungen der „Zukunfts-Werkstatt“ waren allesamt spannend. Und jeder konnte für sich einen Nutzen daraus ziehen.

Wie genau geht es mit den vom Wissenschafts-Team empfohlenen Maßnahmen weiter?
Die Gesellschafter haben zunächst einmal beschlossen, die „Zukunfts-Werkstatt“ fortzuführen. Wir werden also auch künftig vom Wissenschafts-Team unterstützt und begleitet. Konkret planen wir außerdem verschiedene interne Fachveranstaltungen zu den Themen Personalentwicklung und Innovation. Und wir wollen den Austausch von Auszubildenden und Praktikanten zwischen den Regionalbetrieben sowie den Regionalbetrieben und ihren Kunden forcieren. Die Projekte werden wir schrittweise angehen, denn sie müssen ja parallel zum Tagesgeschäft bewältigt werden.

Welches persönliche Fazit ziehen Sie aus der „Zukunfts-Werkstatt“?
Alle innerhalb der System Alliance haben in diesem spannenden und
anspruchsvollen Prozess viele Erkenntnisse gewonnen. Durch die externe Unterstützung ist es gelungen, unseren Blick für scheinbar Selbstverständliches zu schärfen. Wir haben viel Neues entdeckt. Vor allem aber haben wir uns professionell mit Trends und Entwicklungen beschäftigt, die unser heutiges und künftiges Tagesgeschäft prägen. Aus meiner Sicht haben wir einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gemacht, der unsere Marktposition im Sinne unserer Kunden weiter festigen wird.
 



Über Georg Köhler
Seit 01.07.2003 führt der 52-Jährige die Geschäfte der System Alliance GmbH im nordhessischen Niederaula. Der gebürtige Sauerländer aus Lennestadt in NRW hat
nach seiner Ausbildung zum Industriemeister ein berufsbegleitendes Management-Studium an der Universität Augsburg mit den Schwerpunkten Betriebswirtschaft und Personalführung absolviert. Er bekleidete 8 Jahre in Süddeutschland und seit 1997 in Nordhessen leitende Funktionen in logistischen
Unternehmen. Vor dem Wechsel zur System Alliance war er 6 Jahre bei CargoNetwork in Bad Hersfeld beschäftigt, von 2000 bis 2003 ebenfalls als Geschäftsführer. Als heutiger Chef der System Alliance GmbH engagiert sich Köhler zudem in verschiedenen Beiräten von Beteiligungsgesellschaften.


Bild : Georg Köhler, Geschäftsführer System Alliance GmbH
 


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